Auszüge aus einem Artikel von Thomas Vitzthum veröffentlicht auf www.welt.de am 27.09.2015.

Abschlüsse in Körperpflege, Kreuzfahrt oder Immobilienbewertung? An deutschen Hochschulen ist alles möglich, 18.000 Fächer gibt es schon. Für die Studenten entstehen dadurch zahlreiche Probleme.

Mit Einführung des Bachelors wurde 2005 aus Volkskunde Vergleichende Kulturwissenschaft. Die Folge war beinahe der Kollaps des Nischenfaches.

Zu Beginn des Jahrtausends schoben die Hochschulen die Umstellung zwar noch hinaus, aber seit etwa zehn Jahren erfinden sie nicht nur neue Namen, sondern pausenlos auch neue Studiengänge.

Die Zahlen explodieren nicht deshalb, weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse sich vervielfacht hätten. Vielmehr werden sie in immer kleinere Teile zerhackt, gerade im Master. „Was einmal ein Hauptseminar war oder in zwei Semestern abgehandelt wurde, ist zum ganzen Studiengang erstarkt“, sagt Michael Hartmer, Geschäftsführer des Deutschen Hochschulverbandes, selbstkritisch – der Verband vertritt die Professoren. „Die Generalistik, das, was einmal Universität ausmachte, hat ausgedient.“

Den Studenten wird vorgegaukelt, dass es für ihr spezifisches Profil tatsächlich ein echtes Jobangebot gibt.

Die Professoren haben längst erkannt, dass die Gelegenheit noch nie günstiger war, ihr Steckenpferd zu reiten. „Es kommt nicht selten vor, dass die neuen Studiengänge das Hobby des Professors oder seiner Clique widerspiegeln“, sagt Philippi. „Die Spezialisierung sichert auch das Überleben eines Fachs und seines Personals“, ergänzt Hartmer. Problematisch wird das für die Studenten, wenn sich die Strukturen durch einen Abgang auflösen.

Anmerkung von archiking: Die Freie Universität Vogtland euregio egrensis möchte diese Fehler von Anfang vermeiden indem sie Universalstudiengänge anbietet.

 

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