Es scheint wohl zum Dreigestirn der derzeitigen Baukultur zu avancieren: Diese Symbiose aus Kosten, Terminen und Qualität. Ein Dreizack als Gottgleiches Gebilde am Firmament der Freistaaten. Oh Baukünstler, was hast Du Dich herabgelassen. Wie sind sie doch zu beneiden, die Baumeister der Gotik. Wenn das Geld oder das Baumaterial zur Neige ging zog man einfach weiter zur nächsten Bauhütte. Mal hinterließ man ein Mittelschiff ohne Gewölbe, mal fehlten die Strebepfeiler (dann brach es eben alles zusammen), mal fehlte der Altar. Die nachfolgenden Generationen würden es schon richten. So kam es meist dann auch. Oh holder Jugendstil. Ganze 20 Jahre zwischen 1890 und 1910 hatten die Künstler und Architekten experimentiert und völlig neue Designs entwickelt. Es sollte eine auf Kunst und Handwerk basierende Stilrichtung sein, die der Massenproduktion der Industriealisierung die Stirn bieten wollte. Wo sind wir heute gelandet ? Massenproduktion in den Metropolen – Winzigwohnungen für 1000 €. Und Jena scheint diesen Trend als Vorreiter in Thüringen auch für sich beanspruchen zu wollen: Winzigwohnungen in Winzerla. Ein Geschäftsführer mit den Idealen eines Universalbaumeisters zwischen den Fronten. Ein Architekt, der tatenlos zusehen muß. Tut mir echt weh.

Total Page Visits: 2029 - Today Page Visits: 1