Die Aussicht auf einen Sommertag mit 20° Anfang April ist verlockend. Das E30 Cabrio ist gewaschen. Also breche ich am Morgen um halb 11 auf, bekleidet mit einem Sommerjacket. Es ist noch kalt, erstmal ist Scheibenkratzen angesagt. Es gibt Sie immer wieder, diese Tage an denen Winter und Sommer zugleich auftritt. An ein Oben Ohne ist zu dieser Zeit nicht zu denken. Erstes Etappenziel ist die weltgrößte Ziegelsteinbrücke, die Göltzschtalbrücke in Netzschkau. Es geht durch das kurvenreiche Gölzschtal, dem Grenzfluß zwischen Thüringen und Sachsen. Immer wieder glitzert das schnelle Flüßchen in der Morgensonne.

Das Areal an der Brücke lädt mit einem Biergarten und einem Imbiss in Ketzels Mühle kulinarisch ein. Beides ist an diesem Samstagvormittag noch nicht geöffnet. Dafür kann man auf dem großzügigen Parkplatz endlich das Dach öffnen und von dem Besucherzentrum aus tolle Brücken- und Cabriobilder machen.

Weiter geht es durch Netzschkau bis zum Abzweig Richtung Talsperre Pöhl. In Limbach gibt es ein hübsches Ortszentrum und einen Direktvermarktungsbauernhof der 30 kleine Eier für 3 €, Blumen und Marmelade anbietet.

Auf der gut ausgebauten Landesstraße geht es weiter entlang hügeliger Felder Richtung Plauen. Am historischen Landgasthof “Zum Posthaus” in Neudörfel mache ich Rast für ein 2.Frühstück. Der Biergarten im Hof ist mit gepflegter Bepflanzung und einem Taubenschlag liebevoll gestaltet. Ich gönne mir ein leckeres Bauernfrühstück, das mit 9,50 € zuzüglich Trinkgeld zu Buche schlägt. Die Sonne scheint mir bereits kräftig ins Gesicht. Der Gasthof hat 11-14 und ab 17 Uhr geöffnet und bietet eine reichhaltige Küche an. Bereits Napoleon ist hier eingekehrt.

Mein 2. Etappenziel ist das Gebiet um die Talsperre Pöhl. Ich möchte die Elstertalbrücke bei Jocketa sehen, den Mosenturm besteigen und die Talsperre von oben betrachten. In Jocketa gibt es in der Nähe des Bahnhofs einen Besucherparkplatz. Von dort gelangt man nach ca. 500 m zu einer Naturtreppenanlage die zur mittleren Ebene der Elstertalbrücke führt. Hier gelangt man auf die andere Seite des Tals. Die Größe der Brücke und die Spannweite der Mittelbögen sind auch sehr beeindruckend und monumental. Tief unten im Tal fährt gerade ein Doppeltriebwagen der Vogtlandbahn der Linie Weischlitz – Greiz vorbei. Die Beschilderung ist gut. Jocketa ist ein vornehmer Villenvorort von Plauen. Da ich nicht durch das steile Triebtal zum Mosenturm wandern möchte, fahre ich wieder zurück zur Landesstraße an die Pöhl und parke auf dem der Staumauer nächstliegenden Parkplatz. Der Parkschein für 1 Stunde gibt’s für 1 €.

Der Weg über die Staumauer zieht sich, aber man wird mit schönen Ausblicken auf das vogtländische Meer und das Triebtal belohnt. Nach der Mauer geht es rechts in den Wald Richtung Mosenturm. Die letzten 300 m Treppenaufstieg sind beschwerlich. Der Turm selbst hat ca. 70 Wendelstufen und oben eine tolle Aussicht über die vogtländischen Hügelketten und das Wasser der Talsperre. Sitzbänke am Fuße des Turms laden zum Verweilen ein.

3. Zielpunkt ist die Drachenhöhle in Syrau. Etwas Abkühlung an diesem Frühlingssommertag. Der Parkplatz liegt vor einem ehemaligen Wasserturm, kostet 2 € für den ganzen Tag. Ich hole mir eine Eintrittskarte für 6,50 € und eine Fotoerlaubnis für 2,50 €. Die Führung beginnt in 15 Minuten. Ein junger Mann erläutert uns den Unterschied zwischen Stalaktiten und Stalakniten und andere Details. Die Höhle wurde erst 1928 entdeckt. Überall tropft es und mit 10° ist schon etwas frisch. Das Wasser im Höhlensee schwankt zwischen 1 m und 2,8 m. Die Hohlräume liegen ca. 16 m unter der Erdoberfläche. Das Gruppenfoto vom Fotografen für 6 € leiste ich mir auch noch.

Ziel des nächsten Abschnitts ist der Golfclub Plauen in Steinsdorf, einer landschaftlich wunderbar gelegenen Anlage. Hier wollte ich eigentlich mehr Fotos machen, aber ich bin schon etwas müde.

Jetzt fahre ich die kurvenreiche Waldstrecke über den Zwischenstop Elsterberg zurück an den Ausgangsort Greiz. Ca 6 Stunden hat die Tour gedauert.

Ich möchte weitere Touren mit dem Cabrio in alle Himmelsrichtungen um Greiz planen, ausführen und darüber berichten. Heute war die Südtour angesagt. Vielleicht reicht es ja irgendwann zum Cabrioführer.

01-Gölzschtalbrücke-Pöhl-Syrau-Steinsdorf-Elsterberg




 

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